How-To


		
						
	
		

					
			

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In unserem Beitrag von letzter Woche hat uns Günther Thömmes die englischen Ursprünge von Porter und Stout und deren fast zahllosen Varianten aufgedröselt. Heute bringen wir euch passend dazu ein Rezept für das potentiell stärkste Stück unter den Stouts: das Russian Imperial Stout.

Das angebliche Lieblingsbier der russischen Zarin Katharina der Großen hat es in sich. In unserer Rezeptvariante kommt das Russian Imperial Stout am Ende auf stolze 10,6 Prozent Alkohol. Stark und robust musste das Bier im 18. und 19. Jahrhundert auch sein. Denn laut Horst Dornbuschs „Biersorten der BRAUWELT“ wurde es als Handelsbier während der Blütezeit des British Empire entwickelt. Um die lange Seereise bis nach Sankt Petersburg zu überstehen, war das Bier stark gehopft – der schon angeführte hohe Alkoholgehalt tat sein Übriges für eine lange Haltbarkeit.

Russian Imperial Stout – das stärkste unter den Stouts
Russian Imperial Stout – das Stärkste unter den Stouts

 

Als Basis für die Schüttung dient uns Pale Ale Malz und auch der Rest besteht aus klassischen britischen Spezialmalzen. Bei den Hopfensorten geht’s auch „very british“ zu, Golding und Fuggle passen gut. Wir entscheiden uns für Target, möglich wären aber auch deutscher Hersbrucker oder der slovenische Steirische Golding. Der hohe Alkoholgehalt muss bei der Hefewahl bedacht werden, die klassische Ale Hefe kann da schon mal schlapp machen. Belgische Spezialhefen oder die Weinhefe Eau de vie kommen jenseits der 10 Vol.-Prozent Alkohol besser klar. Experimentierfreudige können auch eine Kombination mehrerer Hefen einsetzen.

 

Das sagt das Rezept

Stammwürze: 24,5 Prozent

Restextrakt: 4,5 Prozent

Bittereinheiten: ca. 50 BE

Farbe: Schwarz wink (über 250 EBC)

Alkohol: 10,6 Vol.-%

 

Zutaten (gerundet) bei einer Sudhausausbeute von rund 80 Prozent für 20 Liter Ausschlagwürze

Malz Prozent kg
Pale Ale Malz 88 5,92
Röstgerste 3,5 0,24
Crystal Malt 3 0,2
Brown Malt 3 0,2
Pale Chocolate Malt 2,5 0,17
Gesamt 100 6,37

 

Hopfen Prozent Alphasäure g
Target 11 30

 

Hefe Englische oder schottische Ale-Hefe, Belgische Trappisten-Hefe, Eau-de-vie-Hefe oder eine Kombination

  

So komplex das Russian Imperial Stout am Ende in seiner Aromatik dasteht, so einfach gestaltet sich das Maischprogramm. Nach Horst Dornbuschs Rezept wird schlicht bei 68 °C eingemaischt, diese Temperatur für 90 Minuten gehalten und zum Abmaischen auf 78 °C geheizt, fertig.

Die ebenfalls einfach gehaltene Hopfengabe erfolgt etwa 30 Minuten nach Kochbeginn, insgesamt brodelt unser Imperial Stout für 90 Minuten.

Die Hauptgärung dauert, natürlich abhängig von der Hefe, etwa zwei Wochen bei 16 bis 21 °C. Viel wichtiger für so ein schweres, alkoholstarkes Bier ist genügend Zeit zur Lagerung bzw. Reifung, mindestens sechs Wochen sollten es sein. Außerdem eignet sich das Russian Imperial Stout perfekt fürs Holzfass, dann wird das mächtige Bier sogar noch komplexer. Tipps für die Holzfassreifung könnt ihr übrigens unseren Artikeln „Es ist kompliziert“ und „Wir machen ein (Holz-)Fass auf!“ entnehmen. Das fertige Russian Imperial Stout ist dann über Monate oder gar Jahre haltbar.

Das sagst du!

Du hast ein Russian Imperial Stout gebraut und bist stolz auf das Ergebnis? Am Ende hast du dazu sogar unseren Rezeptvorschlag benutzt oder diesen abgewandelt? Lass uns daran teilhaben! Schick uns ein Bild und eine kurze Rezeptbeschreibung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Betreff „Bierrezept“. Deine Idee könnte dann gleich neben unserem Rezeptvorschlag stehen! Wir sind gespannt!

 

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