How-To


	
						
	
	

				
			

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Gutes kann so einfach sein. Max Luttner aus Schrobenhausen hat in diesem Jahr den Hobbybrauerwettbewerb von Maisel & Friends und BrauBeviale mit einem Weizenbock gewonnen. Und er sagt selbst: Das Rezept dafür war ganz simpel. Wir nehmen das zum Anlass, euch auch ein ganz simples Grundrezept für einen Weizenbock an die Hand zu geben.

Sicher ist: Der gut gemachte Weizenbock ist eine Aromabombe. Unser Biersommelier Karl Schiffner gerät da regelrecht ins Schwärmen, besonders wenn es an die Kombinationsmöglichkeiten mit der passenden Speise geht.

Wenn die Tage kürzer werden, die Natur sich auf den Winter einstellt, freut sich der Bierkenner auf eine besondere Zeit – die Bockbierzeit. Ein Bierstil, der von einigen Brauereien auch heute noch nur zur festlichen Zeit eingebraut wird, ist der helle Weizenbock. Was wäre ein feierliches Mahl ohne ein Getränk, das den Festcharakter zusätzlich unterstreicht! Ein heller Weizenbock muss den Vergleich mit einem hochwertigen Prädikatswein nicht scheuen und bietet ein Geschmackserlebnis der besonderen Art. In Kombination mit feinen Speisen findet man mit einem hellen Weizenbock unzählige Möglichkeiten, die Freuden des Genusses noch zu steigern. An ein deftiges Lachsgericht oder einen gebratenen Hasenrücken, aber auch an feine cremige Desserts passen sich die fruchtig-würzigen Aromen des Bieres hervorragend an. Ganz besondere geschmackliche Höhepunkte erzielt man in der Kombination mit einem reifen Bergkäse.

 

Das sagt das Rezept

Stammwürze: 16,5 Prozent

Restextrakt: 3,25 Prozent

Bittereinheiten: 23 BE

Farbe: 28 EBC

Alkohol: 7 Vol.-%

 

Zutaten (gerundet) bei einer Sudhausausbeute von rund 65 Prozent für 20 Liter

Malz

Prozent

kg

Helles Weizenmalz

55

3

Pilsner Malz

20

1,0

Carahell

7,5

0,4

Dunkles Weizenmalz

7,5

0,4

Carawheat

7,5

0,4

Sauermalz

2,5

0,15

Gesamt

100

5,35

 

Hopfen

Prozent Alphasäure

g

Mittelfrüh (Bittere)

4,2

30

Mittelfrüh (Aroma)

4,2

30

 

Hefe

Bayerische Weißbierhefe, z.B.: TUM 68

 

Banane – eine der Hauptaromen im Weizenbock

Unser Weizenbock kann im Infusions- oder Dekoktionsverfahren gebraut werden. Wir entscheiden uns für das Dekoktionsverfahren, wie im Beitrag „Kreativer Maischen“ von Bertram Sacher beschrieben, um schön viel Banane in unseren Weizenbock zu bekommen. Das geht wie folgt: Es wird dünn eingemaischt bei etwa 30 °C. Der Maische-pH sollte nicht zu niedrig liegen, um der Maltase ein passendes Ambiente zu bieten. Anschließen wird die Teilmaische gezogen, möglichst dickflüssig. Die Teilmaische durchläuft dann erst eine Maltose- und anschließende Kombirast bei 67 °C. So wird der Maltosegehalt maximiert. Teilmaische und ruhende Bottichmaische werden wieder vermengt, die Gesamtmaische sollte nun bei etwa 38 °C liegen. Bei dieser Temperatur erfolgt eine Maltaserast, die vorhandene Maltose wird zu Glucose gespalten. Nun noch einfach durchheizen auf 72 °C, fertig ist eine Maische für besonders bananige Weizenbiere. Hier wäre auch eine folgende Dekoktion denkbar, sofern etwas kernigere Noten erzielt werden sollen. Wichtig bei alldem ist nur, dass es zu keiner erneuten 62 °C-Rast kommt, die das Verhältnis Glucose zu Maltose wieder „zurückdrehen“ würde.

Wir kochen mindestens für eine Stunde, 60 Minuten lang sollte auch der Bitterhopfen dabei sein. Den Aromahopfen geben wir erst in den Whirlpool.

 

Das sagt der Sommelier

So kann sich dann ein Weizenbock bei der Verkostung präsentieren: Eine satte goldene Farbe mit feinem Schleier leuchtet verheißungsvoll aus dem Glas. Der Schaum liegt sanft, aber stabil obenauf. Düfte von reifen Bananen, aber auch jede Menge Gewürze und ein Hauch von Zitrus erreichen die Nase. Was anfangs fast wie ein Fruchtcocktail erscheint, gibt zunehmend dichte, malzige Aromen mit einem festen Biss preis. Die Konsistenz ist so anschmiegsam am Gaumen, dass die Rezeptoren, eingetaucht in diese Geschmacksfülle, vor Freude tanzen wollen. Ein nicht enden wollendes Aromenspiel von fruchtiger Süße hin zu einem feinherben Ausklang wird von einer äußerst eleganten Perlage geführt.

Ein Weizenbock ist vielfältig – Gewürzaromen tragen dazu bei

Das sagst du!

Du hast einen Weizenbock gebraut und bist stolz auf das Ergebnis? Am Ende hast du dazu sogar unseren Rezeptvorschlag benutzt oder diesen abgewandelt? Lass uns daran teilhaben! Schick uns ein Bild und eine kurze Rezeptbeschreibung an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Betreff „Bierrezept“. Deine Idee könnte dann gleich neben unserem Rezeptvorschlag stehen. Wir sind gespannt!

 

Weizenbock von Pascal Bruch

Pascal Bruch, Hobbybrauer aus Köln, teilt mit uns seinen Rezeptvorschlag für einen Weizenbock mit: Er vewendet Pilsner Malz, helles Weizenmalz, Carahell und Cara Aroma mit einem Infusionsmaischverfahren. Ausgehend von einer Stammwürze von 16,5 °P erreicht sein Weizenbock 7,3 Vol.-Prozent Alkohol und 23 IBU (Hopfen: Perle). Zur Vergärung wählt Pascal den Weissbier-Hefestamm 68.

Pascal Bruchs Weizenbock - wer bekommt da keinen Bierdurst?