How-To


		
						
	
		

					
			
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Biere vom Typ „American Imperial“ gehen oft bis an die Grenzen des im Sudhaus Machbaren (und darüber hinaus). Auch stellen sie oft eine Herausforderung an die Strapazierfähigkeit der Gaumen ihrer trinklustigen Verbraucher dar. Die hier vorliegende Rezeptinspiration zu einem American Double Imperial India Pale Ale beschließt unsere Eskalationsreihe vom American Pale Ale, American India Pale Ale und American Imperial India Pale Ale. Das Rezept stammt aus dem Buch „Die Biersorten der BRAUWELT“, das ihr auch in unserem Buchshop erwerben könnt.

Das Malzrückgrat dieser stark gehopften Biere besteht zum größten Teil aus Pale Ale Malz, welches manchmal mit einigen hellen bis rötlichen Karamell-Spezialmalzen wie Carahell®, Carapils® und Melanoidin Malz zur Erhöhung der Vollmundigkeit, des Körpers und der Malzaromen kombiniert wird. Carared® und Caraaroma® können ebenfalls für die Schüttung in Erwägung gezogen werden, wie auch eine gute Portion Diastase Malz für einen kompletten Stärkeabbau. Die Temperaturstufe der Verzuckerungsrast ist bei diesen Bieren mit 66 °C hier bewusst so gewählt, dass sie ein Höchstmaß an vergärbarem Zucker für den hohen Alkoholgehalt hergibt. Die Farbe dieser India „Pale“ Ales ist, wie der Name rein theoretisch besagt, normalerweise hell, obwohl es heute, in total widersprüchlicher Bezeichnung, auch einige Dark American IPAs – also „dunkle“ helle Ales – gibt. In der Praxis ist die Farbe eines American Imperial bzw. Double Imperial IPAs jedoch fast irrelevant.

 

Ist es schon ein Double Imperial oder nur ein
Ist es schon ein Double Imperial oder nur ein „normales“ American Imperial IPA? (Quelle:

 

Eigentlich jenseits der Grenze des Machbaren

Auch sind subtile Geschmacksnuancen bei diesen aggressiven Bieren kaum Teil des Profils. Die hier vorgeschlagenen Malzmengen sind rein rechnerische Werte für eine nominale Sudhaus-Extraktausbeute von 65 Prozent. Diese Ausbeute ist jedoch bei der enormen Malzschüttung selbst mit den besten Geräten nicht immer erreichbar. Um die nötige Stammwürze und den davon abgeleiteten Alkoholgehalt zu erzielen, ist es daher oft nötig, entweder die hier angegebene Schüttung noch zu vergrößern (sofern im Maischebottich ausreichend Platz ist); oder man muss sich mit weniger Würze bei „Pfanne-voll“ zufrieden geben. Eine größere Verdunstungsrate bei einer ausgedehnten Kochzeit kann ebenfalls für eine höhere Stammwürze sorgen. Das hier präsentierte Rezept für ein American Imperial IPA ist die Adaptionen eines Bieres, das in einem bekannten amerikanischen Brewpub saisonal gebraut und mit Erfolg angeboten wird. Das Rezept für ein American Double Imperial IPA ist eine Vereinfachung dieses Brewpub-Bieres mit einer Schüttung aus nur zwei Malzen. Beide Biere haben eine relativ unkomplizierte Hopfung, aber dafür eine Bittere und ein Aroma, welche beide wahrhaft die Bezeichnung „extrem“ verdienen.

 

Das sagt das Rezept

Stammwürze: 25 Prozent
Restextrakt: 4,5 Prozent
Bittereinheiten: 90 BE
Farbe: 19,4 EBC
Alkohol: 10,9 Volumenprozent

 

Zutaten (gerundet) bei einer Sudhausausbeute von rund 65 Prozent für 20 Liter:

Malz Prozent kg
Pale Ale 56,5 4,68
Diastase 43,5 3,82
Gesamtschüttung 100 8,50

 

Hopfen Prozent Alpha g
Bitter: Columbus 15,5 38
Flavor: Cascade 5,5 41
Aroma: Amarillo 9,5 41

 

Hefe Amerikanische obergärige Hefe, z.B. Chico (U.S. 56 bzw. Safale US-05)

 

Infusionsverfahren. Einmaischen bei der Einfachinfusion bei 66 °C. 45 min Rast. Maische nicht mehr rühren! Im Kreislauf pumpen bis die Würze blank läuft. Abläutern. Während des gesamten Abläuterns Maische langsam mit 82 °C Brauwasser überschwänzen. Dabei sollte der Wasserspiegel über der dicken Maische nicht unter 5 cm absinken. U.U. Überschwänztemperatur so justieren, dass die Maischetemperatur konstant bei 76 °C ± 1 °C bleibt. Kochen 90 min. Bitterhopfen nach 15 min Kochzeit; Flavor-Hopfen nach 70 min Kochzeit; Aromahopfen in den Whirlpool. 30 min Whirlpool. Gärung 7 Tage bei 18 bis 21 °C. 2 Tage Diacetylrast bei etwa 18 bis 20 °C. Temperatur, wenn möglich, auf 10 °C oder niedriger herunterfahren. 1 Tag sedimentieren lassen. Schlauchen. Nachgärung 2 bis 3 Wochen. Schlauchen. Lagern 2 Wochen. Mit CO2 anreichern. Abfüllen.

 

Das sagst du!

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